Auf dem Land steigen die Wohnungspreise, die Hauspreise nicht
Wohnimmobilien kosteten im ersten Quartal 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Hinter dem Durchschnitt stehen zwei gegenläufige Bewegungen: Eigentumswohnungen in ländlichen Kreisen legten um 3,6 Prozent zu, Ein- und Zweifamilienhäuser dort gaben gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent nach.
Der Häuserpreisindex für Deutschland stieg im ersten Quartal 2026 um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent. Nach zwei Jahren fallender Preise ist das eine ruhige Zahl. Interessant wird sie erst, wenn man sie aufteilt.
Bei Eigentumswohnungen in dünn besiedelten ländlichen Kreisen zogen die Preise um 3,6 Prozent an. In den sieben größten Städten waren es 0,3 Prozent. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern in ländlichen Kreisen ging es dagegen um 0,8 Prozent nach unten, gemessen am Vorquartal.
Was das für unsere Gegend bedeutet
Der Landkreis Heidenheim und der Kreis Günzburg fallen statistisch in die ländlichen Kreise. Für jemanden, der hier zwischen Kaufen und Bauen abwägt, steckt in diesen Zahlen eine brauchbare Information: Bestandshäuser auf dem Land werden im Moment nicht teurer. Wer verkauft, bekommt nicht mehr als vor einem Jahr, und wer kauft, verhandelt in einem Markt ohne Druck.
Das ist die eine Hälfte. Die andere ist, dass Bauen im selben Zeitraum spürbar teurer geworden ist. Beide Kurven laufen auseinander, und das verschiebt die Rechnung zwischen Neubau und Bestand.
Wo die Zahl nicht weiterhilft
Ein bundesweiter Index sagt nichts über Ihre Straße. Zwischen zwei Orten im selben Landkreis liegen oft dreißig Prozent Preisunterschied, und ein einzelnes Haus hängt an Zuschnitt, Baujahr, Zustand und Lage im Ort. Wer eine belastbare Zahl für ein bestimmtes Grundstück braucht, kommt am örtlichen Gutachterausschuss und an den Bodenrichtwerten nicht vorbei.
Wofür der Index taugt, ist die Richtung. Und die sagt: Wer jetzt vergleicht, vergleicht zu einem günstigen Zeitpunkt, weil beide Seiten der Rechnung gerade in Bewegung sind.
Was bei der Beurteilung eines Grundstücks zu prüfen ist, steht auf der Seite Grundstückssuche.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Preise für Wohnimmobilien im 1. Quartal 2026